Meine Schwiegereltern

Dr. med. dent. Martin Volkmer und Irene Volkmer

Dr. Martin Volkmer in Badenweiler
Dr. Martin Volkmer (70) in Badenweiler

Dr. med. dent. Martin Volkmer

  • geb. 1900 in Böhl/ Pfalz als Sohn des Lokomotivführers Adam Volkmer und seiner Frau Elisabeth geb. Heck
  • Besuch der Volks-, Haupt- und Fortbildungsschule in Ludwigshafen
  • 1917 Beginn einer mehrstufigen Ausbildung als Dentist
  • ab Juni 1918 Teilnahme am 1. Weltkrieg; Verleihung EK II
  • 1923 Geburt von Tochter Friedliese aus 1. Ehe
  • 1925 Geburt von Sohn Siegfried aus 1. Ehe
  • 1925 Staatl. Prüfung für Dentisten in Karlsruhe, anschließend eigene Praxis in Ludwigshafen
  • 1933 (?) Tod seiner ersten Frau
  • 1935 Zweite Eheschließung mit Irene Volkmer geb. Bühler
  • 1939 - 1945 Teilnahme am 2. Weltkrieg; letzter aktiver Dienstgrad: Hauptmann der Luftwaffe; Verleihung EK II
  • 1943 Geburt von Tochter Gerlinde
  • 1944 Begabtenprüfung als Studienvoraussetzung ohne Reifezeugnis; anschl. Fernimmatrikulation an der Universität Heidelberg
  • 1946 Geburt von Tochter Marlies
  • 1950 Absolvierung des "kleinen Latinums"
  • 1953 Promotion zum Dr. med. dent. an der Universität Heidelberg
  • Als niedergelassener Zahnarzt in Heidelberg tätig bis 1966
  • Berufliche Mitgliedschaften zu verschiedenen Zeiten:
    - Reichsverband Deutscher
       Dentisten e.V.
    - Deutsche Gesellschaft für Zahn-,
       Mund- und Kieferheilkunde
    - Arbeitsgemeinschaft für
       Kieferchirurgie
    - Naturhistorisch-Medizinischer
       Verein zu Heidelberg
  • Hobbies: Reiten, Fechten, Schießen, Segeln, Kegeln, Filmen; 1960 Goldenes Ehrenzeichen des Bundes Deutscher Filmamateure; 1975 Auszeichnung der Deutschen Verkehrswart für 50 Jahre unfallfreies Fahren
  • Gestorben 1978 in Heidelberg. Dort beerdigt auf dem Friedhof HD-Handschuhsheim.
Dr. Martin Volkmer, Irene Volkmer
Meine Schwiegereltern an Silvester
Hochzeit Martin und Irene Volkmer 1935
Hochzeitsbild meiner Schwiergereltern 1935

Irene Volkmer geb. Bühler

  • geb. 1913 in Weinheim/ Bergstraße als Tochter des Dipl.-Landwirts Ludwig Bühler und seiner Frau Hermine Natalia Bühler geb. Holloch
  • Volksschule + Gymnasium bis zur Mittleren Reife in Weinheim
  • 2 Jahre Höhere Handelsschule
  • 2 Jahre Mädchenpensionat in Marburg
  • 1935 Hochzeit mit Martin Volkmer
  • Mitarbeit in seiner zahnärztlichen Praxis
  • 1943 Geburt von Tochter Gerlinde
  • 1946 Geburt von Tochter Marlies
  • Gestorben 1986 in Heidelberg. Beerdigt neben ihrem Mann auf dem Friedhof HD-Handschuhsheim.
Grab Dr. Martin und Irene Volkmer
Grab meiner Schwiegereltern in Heidelberg (bis 12/2013). Der Grabstein symbolisiert eine Zange, die einen Backenzahn (Bronzeguss) umklammert.

Mit offenen Armen aufgenommen

 

Gegen alle Männer, die meine Frau vor mir kennengelernt hatte, hatte ihr Vater etwas einzuwenden. Da war es für uns beide eine angenehme Überraschung, mit welch offenen Armen er mich vom ersten Moment an aufgenommen und welches Vertrauen er mir entgegengebracht hat.

 

So wie es zwischen meiner Frau und mir "Liebe auf den ersten Blick" war, so kann man das Verhältnis zwischen meinen Schwiegereltern und mir "Sympathie auf den ersten Blick" nennen. Um so überraschender, als meine Frau und ich unterschiedlichen Konfessionen angehörten, eine Konstellation, vor der er sie immer gewarnt hatte, bedingt durch leidvolle Erfahrungen aus seiner eigenen Kindheit.

 

Wir haben oft bis tief in die Nacht im Wohnzimmer zusammen gesessen, die Frauen waren schon längst im Bett, eine gute Flasche Wein getrunken und über "Sonne, Mond und Sterne" diskutiert.

 

Mein Schwiegervater war ein heller Kopf, mit dem es Spaß machte zu diskutieren. Ich mochte ihn nicht nur, sondern schätzte ihn und seine Lebensleistung auch sehr. Er hatte es aus einfachen Familienverhältnissen heraus im Leben weit gebracht.

 

Neben der Ausübung seines Berufs als Dentist, teilweise auch während der Teilnahme am 2. Weltkrieg, hat er sein Ziel vorangetrieben, Zahnmedizin zu studieren und zu promovieren. Mangels Abitur musste er dafür eine Begabtenprüfung ablegen und das "kleine Latinum" nachholen. Es gab nur ganz wenige Dentisten, die das nach Abschaffung des Berufsbildes "Dentist" geschafft haben. Er hat auch stets viel für seine Fortbildung getan und seine Fähigkeiten um Kieferchirurgie erweitert, was heutzutage nur doppelt approbierten Fachärzten vorbehalten ist (Human- und Zahnmedizin).

 

Er hatte viele Jahre eine gut gehende Praxis in der Heidelberger Hauptstraße, war bei Patienten, Kollegen und Klinikprofessoren beliebt und geschätzt. Seine Frau war der gute Geist der Praxis, hat ihm abwechselnd mit Helferinnen am Stuhl assistiert, sich um das Wohlbefinden der Patienten gekümmert, aber auch darum, dass "die Kasse stimmt".

 

Er gab sich auch als Soldat nicht mit den unteren Dienstgraden zufrieden, sondern wollte Offizier werden. Auch das war ohne Abitur schwierig. Noch vor der Begabtenprüfung hat er auch das geschafft und es in wenigen Jahren bis zum Hauptmann gebracht.

 

Mit seinem Tode verlor meine Frau ihr erstes und ich mein zweites Elternhaus. Wir wussten beide bei Erhalt der Todesnachricht, dass jetzt nichts mehr so sein wird wie es war. Wir vermissen ihn sehr.