Amateurfunk

Achim Reichert hört weit entfernte Rundfunksender  auf Kurzwelle
Mit dem Hören weit entfernter Rundfunksender auf Kurzwelle fing das Hobby von Achim Reichert an.

Wie ich zu diesem Hobby kam, finden Sie unter Schule und dort unter den Verdiensten unseres damaligen Klassen-, Latein- und Mathematiklehrers Dr. Holöhr. Hier das Wesentliche in Kürze: Als ich in der Mittelstufe leistungsmäßig einen "Durchhänger" hatte, riet er meiner Mutter bei einem Elternsprechtag, mir zwecks Motivation etwas zu ermöglichen, was mir Spass machen würde. Da fiel meiner Mutter ein, dass ich nach dem letzten Tag der Offenen Tür unserer Schule begeistert vom Hobby eines älteren Mitschülers berichtet hatte: Amateurfunk.

 

Da man eine Sendelizenz für Funkamateure erst mit 18 Jahren erwerben kann, hatte ich neben der Schule genügend Zeit, mir die dafür nötigen Kenntnisse anzueignen. Dazu gehören Kenntnisse der Hochfrequenztechnik,  der Funkwellenausbreitung, der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen und betriebliche Kenntnisse. Die größte Hürde stellt für die meisten Prüflinge die Morseprüfung dar. So auch für mich. Bei dem geforderten Tempo von 60 Buchstaben pro Minute, Geben und Hören, bleibt keine Zeit mehr zum Nachdenken. Wie beim Beherrschen einer Fremdsprache muss das Verständnis sofort einsetzen; die Morsezeichen müssen quasi in Fleisch und Blut übergegangen sein.

 

Bis es soweit war, lauschte ich vom Keller meines Elternhauses aus allem Möglichen, was ich auf Kurzwelle empfangen konnte. Dazu gehörten auch weit entfernte Rundfunksender wie z.B. Radio Peking, Radio Canada, Voice of America, Voice of Indonesia, Radio Kairo oder die Vereinten Nationen. Ihnen schickte ich Empfangsberichte und erhielt zum Dank die oben abgebildeten so genannten QSL-Karten.

 

Zwei Tage nach meinem 18. Geburtstag, dem gesetzlichen Mindestalter, legte ich dann bei der Oberpostdirektion Köln die Lizenzprüfung für Funkamateure ab und erhielt dafür das Rufzeichen DJ5HZ zugeteilt. Heuzutage ist dafür die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation zuständig, die 2005 in Bundesnetzagentur umbenannt wurde. Unten finden Sie die letzte Fassung meiner Genehmigungsurkunde, inzwischen auf Hamburg als Standort umgeschrieben und nach Rückgabe als ungültig gestempelt.

Nach Rückgabe ungültig gestempelte Genehmigungsurkunde von Achim Reichert für eine Amateurfunkstelle
Die nach Rückgabe ungültig gestempelte Lizenz von Achim Reichert für eine Amateurfunkstelle
Achim Reichert als Amateurfunker in Köln
Achim Reichert an seiner Funkstation; Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers vom 25.05.1962

Die abgebildete Funkstation hatte ich selbst gebaut: Den Sender komplett selbst auf Basis eines Schaltplans aus einem Buch für Funkamateure, den Empfänger mit einem gekauften Bausatz. Als Student verfügte ich halt nicht über viel Geld. Die Station lag im Keller meines Elternhauses.

 

Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mir gestatteten, am Ende unseres gepflegten Gartens einen 8 m hohen Antennenmast zu errichten, den unser lieber Nachbar Buschmann, Betriebsleiter in einem Betrieb für Stahlbau, dort aus mehreren Segmenten hatte zusammenschweißen lassen. Zwischen Mast und Hausdach war ein Antennendraht gespannt, von dessen Mitte ein Koaxialkabel zu meinem Funkraum im Keller führte.

 

Mit dieser bescheidenen Ausstattung gelangen mir damals nur Funkgespräche innerhalb Europas im 80 und 40 m-Band. Für Übersee hätte ich einen leistungsstärkeren Sender und eine drehbare Richtantenne für das 20 m-Band benötigt. Das ließen meine studentischen Mittel nicht zu.

 

Funkamateure tauschen nach einem Funkkontakt QSL-Karten aus, ihre Art von Visitenkarten, die grafisch oft sehr liebevoll gestaltet sind. Ich erhielt sie nach Kontakten mit Dänemark, Schweden, Norwegen, Großbritannien, Niederlanden, Belgien, Frankreich, Spanien, Italien und der Tschechoslowakei.

QSL-Karten der Amateurfunkstelle von Achim Reichert zur Bestätigung getätigter Funkverbindungen
QSL-Karten von Achim Reichert zur Bestätigung der Gegenstation für getätigte Funkverbindungen

Als ich begeistert feststellte, dass es selbst mit meiner begrenzten Ausstattung möglich wurde, die auf Kurzwelle im 20 MHz-Bereich sendenden russischen Erdsatelliten zu empfangen, konzentrierte ich mich fortan ganz auf Satellitenbeobachtung und schaffte es im Laufe der Zeit, selbst wissenschaftlich verwertbare Beobachtungen zu machen.